1. Ursache eingrenzen Tastgefühl prüfen: Spürst du einen klaren Widerstand oder eher weichen Schlamm? Ein fester Block weist auf Kalk, Betonreste oder ein Fremdteil hin; weiches Material ist meist Fett / Haare. Tiefe bestimmen: Markiere die eingeführte Länge der Spirale. Bleibst du im ersten Meter hängen, liegt das Problem oft im Siphonbereich; weiter hinten spricht für Fallrohr- oder Hauptleitung.
2. Technische Variante wechseln Spiralkopf tauschen: Nimm, falls möglich, einen Fräser- oder Bohrkopf für harte Ablagerungen oder einen Greifhaken für Textilreste. Spirale verlängern: Ist die Blockade tiefer, benötigst du ein längeres Gerät oder eine Trommelspirale mit Vorschubmechanik. Drehmoment anpassen: Arbeite mit niedriger Drehzahl und höherem Schub, statt umgekehrt; zu viel Drehzahl kann die Spirale nur verdrillen.
3. Zusätzliche Hilfsmittel einsetzen: Heißes Wasser + Spülmittel zum Anweichen von Fett. Essig- oder Zitronensäurelösung gegen leichten Kalk. Saug-/Druckglocke (Pömpel), falls die Verstopfung gelockert, aber nicht weggeschwemmt wurde. CO₂-Druckluftkartusche als kurzer Stoß, um lose Brocken weiterzuschieben.
4. Sichtkontrolle durchführen: Leihe eine Rohrkamera (Ø 8–10 mm). Sie zeigt, ob Fremdkörper (Spielzeug, Zahnstocher) oder Wurzeleinwuchs vorliegen. So vermeidest du blindes Drehen und mögliche Rohrschäden.
5. Professionelle Methoden erwägen: Hochdruckspülung (Hydrojetting): Wasserstrahl löst Fett, Schlamm und kleine Wurzeln. Sektionalspirale oder Motorspirale: Mehr Drehmoment und verschiedene Fräsköpfe für Beton- oder Kalkpfropfen. Teilweiser Rohrtausch: Bei strukturellem Schaden (eingestürzte Leitung, starker Wurzeleinbruch) ist Reparatur oder Erneuerung unumgänglich.
6. Wann zum Fachmann?: Wiederholte Verstopfung an derselben Stelle innerhalb kurzer Zeit. Spülwasser steigt in mehreren Sanitärobjekten gleichzeitig zurück. Kamera zeigt Rohrbruch, Versatz oder großflächigen Wurzeleinwuchs. Spirale klemmt fest oder lässt sich nicht mehr herausziehen.
7. Vorbeugung nach erfolgreicher Beseitigung: Einmal pro Monat heißes Wasser mit etwas Spülmittel nachlaufen lassen. Fettreste und Kaffeesatz nicht in den Ausguss kippen. Haarfangsieb in Dusche und Waschbecken einsetzen. Leitungen mit leichter Neigung bei Neuinstallationen planen, um stehendes Wasser zu vermeiden. Mit diesem systematischen Vorgehen findest du heraus, warum die Blockade standhält, und entscheidest, ob ein zweiter Spiraleinsatz, ergänzende Technik oder ein Fachbetrieb nötig ist.